Rerode R1+S: Technische Daten, Leistung & Reichweite

Rerode R1+S – Technische Daten, Leistung, Reichweite und Tuning im Überblick

Die Rerode R1+S ist eine leistungsstarke elektrische Offroad-Maschine für Fahrer, die ein leichtes Fahrzeug mit kräftigem Antrieb, direkter Leistungsentfaltung und vielseitigen Einsatzmöglichkeiten suchen. Das Konzept richtet sich an ambitionierte Fahrer, die sowohl auf anspruchsvollen Offroad-Strecken als auch bei individuellen Umbauten Wert auf Performance legen.

In diesem Beitrag schauen wir uns die Rerode R1+S genauer an: von Motor und Akku über Fahrwerk und Bremsen bis hin zu Reichweite, Straßenzulassung und möglichen Upgrades.

Wichtig: Technische Angaben können je nach Modelljahr, Marktversion und Ausführung abweichen. Insbesondere Spitzenleistung, Drehmoment und Straßenzulassung sollten anhand der konkreten Fahrzeugversion überprüft werden.

1. Technische Daten der Rerode R1+S

Merkmal| Angabe

Fahrzeugtyp| Elektrische Offroad-Motorradplattform

Antrieb| Elektrischer Mittelmotor

Motortyp| LPMSM laut Herstellerangaben

Spitzenleistung| Bis zu 25 kW, versionsabhängig

Angegebenes Drehmoment| Bis zu 550 Nm Rad-Drehmoment, Herstellerangabe

Batteriesystem| 72 V / 55 Ah bei der entsprechenden US-Ausführung

Rechnerischer Energieinhalt| 3,96 kWh

Gewicht| Rund 70 kg inklusive Akku, abhängig von der Ausführung

Radgrößen| 21 Zoll vorn / 18 Zoll hinten bei der entsprechenden Ausführung

Federweg vorn| Bis zu 228 mm laut den vorliegenden Angaben

Fahrmodi| Eco, Sport und Sport+ bei entsprechend ausgestatteten Versionen

Ladezeit| Rund 4,5 Stunden als angegebener Richtwert

Reichweite| Bis zu 150 km unter günstigen Bedingungen laut Herstellerangabe

Die Werte sind als Orientierung zu verstehen und nicht automatisch auf jede in Europa angebotene R1+S übertragbar. Vor allem beim Gewicht, bei der Akkukonfiguration und bei der verfügbaren Leistung sollte immer die konkrete Version betrachtet werden.

2. Motor und Leistung – elektrische Performance

Ein wesentlicher Bestandteil der Rerode R1+S ist ihr elektrischer Mittelmotor. Im Gegensatz zu einem Verbrennungsmotor steht das Drehmoment unmittelbar beim Anfahren zur Verfügung. Dadurch kann das Fahrzeug schnell beschleunigen und auf wechselnden Untergründen sehr direkt auf Gasbefehle reagieren.

Die für bestimmte Ausführungen genannte Spitzenleistung von bis zu 25 kW positioniert die R1+S im leistungsorientierten Segment elektrischer Offroad-Motorräder.

Dabei ist zwischen Dauerleistung und Spitzenleistung zu unterscheiden. Die tatsächlich abrufbare Leistung hängt unter anderem von folgenden Faktoren ab:

- Temperatur von Motor, Controller und Akku

- Ladezustand der Batterie

- Stromfreigabe des Controllers

- Leistungsbegrenzungen der jeweiligen Software

- Thermischem Verhalten bei längerer Belastung

Auch die Angabe von bis zu 550 Nm Rad-Drehmoment muss richtig eingeordnet werden: Rad-Drehmoment ist nicht mit dem Drehmoment direkt an der Motorwelle gleichzusetzen. Übersetzung, Raddurchmesser und Messmethode beeinflussen den Wert erheblich.

3. Akku und Reichweite

Bei der betrachteten 72-V-/55-Ah-Konfiguration ergibt sich folgende Rechnung:

72 V × 55 Ah = 3.960 Wh = 3,96 kWh

Das ist der rechnerische Energieinhalt des Akkus. Die tatsächlich nutzbare Energie kann darunter liegen.

Wie weit die Rerode R1+S mit einer Ladung kommt, hängt stark vom Einsatz ab. Eine ruhige Fahrt auf ebenem Untergrund benötigt deutlich weniger Energie als häufiges Beschleunigen, steile Anstiege oder sportliches Fahren im Gelände.

Einflussfaktoren sind insbesondere:

- Fahrstil und gewählter Fahrmodus

- Fahrergewicht und zusätzliche Beladung

- Untergrund, Höhenprofil und Geschwindigkeit

- Außentemperatur und Akkutemperatur

- Reifendruck und Reifenprofil

Eine angegebene Reichweite von bis zu 150 km ist deshalb als günstiger Herstellerwert zu betrachten, nicht als garantierte Reichweite bei sportlicher Offroad-Nutzung.

4. Fahrwerk und Fahrverhalten

Das Fahrwerk entscheidet maßgeblich darüber, wie gut eine E-Moto Unebenheiten verarbeitet, Traktion aufbaut und bei schnellen Richtungswechseln stabil bleibt.

Mit einem für bestimmte Ausführungen angegebenen vorderen Federweg von bis zu 228 mm bietet die R1+S eine Grundlage für den Einsatz auf unebenem Gelände. Die genauen Eigenschaften hängen jedoch auch von der Abstimmung, der Federrate, der Dämpfung und dem Fahrergewicht ab.

Für eine gute Abstimmung sollten folgende Punkte berücksichtigt werden:

- Negativfederweg passend zum Fahrergewicht

- Ausreichende Zug- und Druckstufendämpfung

- Korrekte Einstellung der Gabel und des hinteren Federbeins

- Ausreichende Bodenfreiheit für den jeweiligen Einsatzzweck

- Passende Reifen für Untergrund und Fahrstil

Ein hochwertiges Fahrwerk bringt nur dann seine volle Leistung, wenn es auf Fahrer, Gewicht und Einsatzbereich abgestimmt ist.

5. Räder, Reifen und Traktion

Die für bestimmte Ausführungen angegebenen Radgrößen von 21 Zoll vorn und 18 Zoll hinten entsprechen einer klassischen Offroad-Konfiguration.

Ein größeres Vorderrad kann helfen, Hindernisse und Unebenheiten kontrolliert zu überrollen. Das Hinterrad beeinflusst unter anderem Traktion, Beschleunigung und das Verhalten beim Herausfahren aus Kurven.

Bei der Reifenwahl kommt es auf den tatsächlichen Einsatz an:

- Offroad: Profil und Karkasse passend zu Boden, Steinen und Wurzeln

- Gemischter Einsatz: Kompromiss zwischen Grip, Verschleiß und Rollwiderstand

- Supermoto-Umbau: Geeignete Straßenreifen und eine technisch korrekt ausgelegte Rad- und Bremsenkombination

Bei einem Umbau müssen neben den Felgen auch Reifenfreigängigkeit, Achsen, Bremsscheiben, Bremssättel und die Geometrie berücksichtigt werden. Nicht jede Kombination lässt sich ohne weitere Anpassungen montieren.

6. Fahrmodi und Elektronik

Bei entsprechend ausgestatteten Versionen stehen die Fahrmodi Eco, Sport und Sport+ zur Verfügung.

Der Eco-Modus kann die Leistungsabgabe begrenzen und dadurch eine kontrolliertere Fahrweise sowie einen geringeren Energieverbrauch ermöglichen.

Im Sport-Modus steht eine direktere Leistungsentfaltung im Vordergrund. Sport+ ist auf eine besonders sportliche Reaktion ausgelegt, sofern diese Einstellung bei der jeweiligen Version vorhanden ist.

Entscheidend ist nicht nur die maximale Leistung. Auch die Abstimmung von Gasannahme, Strombegrenzung und Traktionsverhalten beeinflusst, wie gut sich die Leistung auf den Boden übertragen lässt.

Gerade auf losem Untergrund kann eine fein dosierbare Gasannahme wichtiger sein als ein möglichst hoher Spitzenwert.

7. Bremsen und Sicherheit

Die Bremsanlage muss zur Fahrzeugleistung, zum Gesamtgewicht und zum vorgesehenen Einsatz passen. Bei einer leistungsstarken E-Moto sind nicht nur die maximale Bremskraft, sondern auch Dosierbarkeit und Temperaturbeständigkeit wichtig.

Regelmäßig kontrolliert werden sollten:

- Zustand und Stärke der Bremsbeläge

- Verschleiß und Zustand der Bremsscheiben

- Druckpunkt und Dichtheit des Bremssystems

- Zustand der Bremsleitungen

- Befestigungsschrauben und vorgeschriebene Anzugsmomente

Nach einem Umbau auf andere Räder oder Bremskomponenten muss geprüft werden, ob die gesamte Kombination technisch zusammenpasst. Änderungen am Bremssystem sollten fachgerecht durchgeführt werden.

8. Tuning und mögliche Upgrades

Für Fahrer, die ihre Rerode R1+S an einen bestimmten Einsatzzweck anpassen möchten, kommen grundsätzlich verschiedene Bereiche infrage.

Fahrwerk: Eine passende Feder- und Dämpfungsabstimmung kann die Kontrolle und Traktion verbessern.

Reifen und Räder: Die richtige Kombination kann das Fahrverhalten auf dem jeweiligen Untergrund deutlich beeinflussen.

Ergonomie: Lenkerposition, Hebelstellung und Fußrasten können an Körpergröße und Fahrstil angepasst werden.

Antriebselektronik: Änderungen an Controller oder Software können die Leistungsabgabe beeinflussen. Dabei müssen Strombelastbarkeit, Akkuschutz, thermische Grenzen und die Freigaben der Komponenten berücksichtigt werden.

Akku: Ein Austausch oder Upgrade erfordert die Prüfung von Spannung, Strombelastbarkeit, BMS, Anschlüssen, Abmessungen und Ladegerät.

Mehr Leistung bedeutet nicht automatisch ein besseres Gesamtpaket. Besonders bei Akku- und Controller-Upgrades müssen alle Komponenten aufeinander abgestimmt sein. Eine höhere Stromfreigabe kann beispielsweise zu größerer Wärmeentwicklung und einer höheren Belastung von Akku, Steckverbindungen und Motor führen.

9. Straßenzulassung in Deutschland

Ein wichtiger Punkt beim Kauf ist die Frage, ob die konkrete Rerode R1+S für den öffentlichen Straßenverkehr zugelassen werden kann.

Eine Offroad-Ausführung ist nicht automatisch straßenzugelassen. Entscheidend sind die Genehmigung des konkreten Fahrzeugs, die Fahrzeugpapiere und die für die jeweilige Ausführung geltenden Anforderungen.

Vor dem Kauf sollte deshalb geprüft werden:

- Liegt eine gültige EU-Typgenehmigung oder eine andere anwendbare Genehmigungsgrundlage vor?

- Gibt es eine passende Betriebserlaubnis beziehungsweise Zulassungsdokumente?

- Sind Beleuchtung, Bremsanlage, Reifen und weitere Bauteile für die konkrete Ausführung geeignet?

- Welche Fahrerlaubnis, Versicherung und Zulassung sind erforderlich?

Auch nachträgliche Änderungen an Motorleistung, Controller, Rädern oder Bremsen können die Zulässigkeit beeinflussen. Im Zweifel sollte die geplante Konfiguration vor dem Umbau mit einer Prüforganisation oder einer zuständigen technischen Stelle geklärt werden.

10. Wartung und regelmäßige Kontrolle

Auch eine elektrische Offroad-Maschine benötigt regelmäßige Wartung. Der elektrische Antrieb reduziert zwar einige typische Wartungsarbeiten eines Verbrenners, Fahrwerk, Bremsen, Lager und Antriebskomponenten bleiben aber Verschleißteile.

Besonders wichtig sind:

- Kette, Ritzel und Kettenrad kontrollieren und korrekt schmieren

- Kettenspannung nach Herstellervorgabe einstellen

- Schraubverbindungen mit den vorgeschriebenen Drehmomenten prüfen

- Radlager, Lenkkopflager und Schwingenlager kontrollieren

- Bremsen und Reifen regelmäßig überprüfen

- Akku, Steckverbindungen und Leitungen auf Beschädigungen untersuchen

- Nach Fahrten im Schlamm oder bei Nässe das Fahrzeug sachgerecht reinigen

Bei der Reinigung sollten Hochdruckreiniger nicht direkt auf Lager, elektrische Steckverbindungen oder empfindliche Dichtbereiche gerichtet werden.

11. Für wen ist die Rerode R1+S interessant?

Die Rerode R1+S ist vor allem für Fahrer interessant, die eine elektrische Offroad-Plattform mit sportlicher Ausrichtung suchen und Wert auf direkte Leistungsentfaltung legen.

Ob sie die richtige Wahl ist, hängt jedoch nicht allein von der Spitzenleistung ab. Ebenso wichtig sind die tatsächliche Akkukonfiguration, die Ersatzteilversorgung, die Fahrwerksqualität, das Händlernetz und die Verfügbarkeit technischer Informationen.

Wer verschiedene E-Motos vergleicht, sollte deshalb neben den Leistungsdaten auch das Gewicht, die nutzbare Akkukapazität, die Ergonomie und die Wartungsmöglichkeiten betrachten.

12. Häufige Fragen zur Rerode R1+S

Wie viel Leistung hat die Rerode R1+S?

Für bestimmte Ausführungen werden bis zu 25 kW Spitzenleistung genannt. Maßgeblich ist die technische Spezifikation der konkreten Version.

Wie groß ist der Akku?

Für eine entsprechende US-Ausführung werden 72 V und 55 Ah angegeben. Daraus ergeben sich rechnerisch 3,96 kWh.

Wie hoch ist die Reichweite?

Es werden bis zu 150 km unter günstigen Bedingungen angegeben. Bei sportlicher Offroad-Fahrt kann die tatsächliche Reichweite deutlich geringer ausfallen.

Ist die Rerode R1+S straßenzugelassen?

Das hängt von der jeweiligen Ausführung und deren Genehmigungsunterlagen ab. Eine Offroad-Version darf nicht automatisch auf öffentlichen Straßen gefahren werden.

Lässt sich die R1+S tunen?

Grundsätzlich können Fahrwerk, Ergonomie, Reifen und gegebenenfalls Antriebskomponenten angepasst werden. Vor Änderungen an Akku, Controller oder Motor müssen technische Kompatibilität, Sicherheit und die rechtlichen Folgen geprüft werden.

Fazit

Die Rerode R1+S ist eine interessante elektrische Offroad-Plattform für Fahrer, die sportliche Leistung und ein auf Geländeeinsatz ausgelegtes Fahrzeugkonzept suchen. Besonders bei leistungsstarken E-Motos lohnt es sich jedoch, Herstellerangaben kritisch einzuordnen und die konkrete Fahrzeugversion genau zu prüfen.

Für eine fundierte Kaufentscheidung zählen nicht nur Spitzenleistung und beworbene Reichweite, sondern auch Fahrwerk, Akku, Gewicht, Ersatzteilversorgung und die Qualität des Gesamtpakets.

Jetzt ist die Community gefragt:

Fährst du bereits eine Rerode R1+S oder hast du Erfahrungen mit dem Modell gesammelt? Wie beurteilst du Fahrwerk, Reichweite, Leistungsentfaltung und Verarbeitung im Vergleich zu anderen E-Motos?

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